
Bilder vom kleinen 8. Mai Happening 2012 gibt’s hier.
Website der AG Antifa der LINKEN in leipzig
05. Mai 2012 – Konferenz – Antifaschistische Arbeit verstärken – Ideologien der Ungleichwertigkeit bekämpfen!
11:00 – 16:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Dresden, Schützenplatz – Fahrtkosten können erstattt werden!
Das Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und die aktuelle Debatte über das tatsächliche Ausmaß der Gefahr durch die extreme Rechte für Leib, Leben und die Gesellschaft markieren die Notwendigkeit, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Auseinandersetzung darf dabei allerdings nicht auf die krassesten Gewaltausbrüche und auf die Verstärkung repressiver Maßnahmen gegen rechte Gewalttäter verengt werden. Vielmehr müssen gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen, in denen Ideologien der Ungleichwertigkeit entstehen und gedeihen können, beleuchtet werden.
In einer Konferenz sollen diese genau wie die Strategien neonazistischer Organisationen und Akteure in Sachsen in den Blick genommen werden. Außerdem werden Strategien für einen wirksamen politischen und gesellschaftlichen Umgang mit Nazis und Diskriminierung zur Diskussion gestellt.
08. Mai 2012 – Kundgebung – Antiziganismus bekämpfen!
16:00 Uhr, Kleiner Willy-Brandt-Platz
Wir wollen den 8. Mai 2012 dazu nutzen an den nationalsozialistischen Terror gegen die Minderheit der Sinti und Roma zu erinnern und dabei einen Bogen in die Gegenwart schlagen. Roma wurden von den Nationalsozialisten zur „minderwertigen Fremdrasse“ erklärt und zu Hunderttausenden ermordet. Bevölkerung und Wissenschaft wurden dabei zu willfährigen HelferInnen einer staatlichen systematischen Ausgrenzung und Verfolgung.
Erst im März 1982 erkannte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt den rassistisch motivierten Völkermord an den Sinti und Roma offiziell an. Bis dahin wurde zahlreichen Betroffenen Entschädigung verwehrt, da ihre Verfolgung nicht „rassenideologisch“ motiviert gewesen wäre, sondern in deren „asozialer und krimineller Haltung“ begründet sei.
Auch heute sind Roma in ganz Europa Verfolgung und Ausgrenzung ausgesetzt. Gerade in jüngster Zeit gab es zahlreiche gewalttätige Ausbrüche gegen Angehörige der Minderheit bspw. in Frankreich, Italien, Bulgarien, Tschechien oder Ungarn. Jahrhundertelang gewachsene Stereotype bilden dabei die Basis von systematischer staatlicher Diskriminierung, sowie Unterdrückung und Gewalt durch Mehrheitsbevölkerung und Nazis. In Deutschland sind Roma aus den ehemaligen Teilstaaten Jugoslawiens derzeit verstärkt von Abschiebungen betroffen. Viele von ihnen, ca. 50 000, sind zu Zeiten des Kosovokrieges nach Deutschland geflohen und leben seitdem hier mit unsicherem Aufenthaltsstatus. Die sich derzeit häufenden Abschiebungen in die Balkanstaaten, zum Beispiel in den Kosovo oder nach Serbien, bedeuten für die Betroffenen die zwangsweise Rückkehr in bittere Armut und krasse Diskriminierung. Die vermeintlichen Heimatländer erkennen diesen Menschen in der Regel nicht einmal als StaatsbürgerInnen an und entziehen ihnen damit grundlegende Existenz- und Menschenrechte.
Wir wollen im Rahmen einer Kundgebung auf die Situation der Roma damals und heute hinweisen und uns klar gegen Diskriminierung und Abschiebungen aussprechen.
Zeigt euch solidarisch und kommt am 8. Mai auf den Kleinen Willy-Brandt Platz. Im Anschluss wollen wir gemeinsam zum Denkmal für die während des Nationalsozialismus Deportierten auf den Hauptbahnhof gehen.
08. Mai 2012 – Party – Befreiung feiern!
Check out for Flyers!
09. Mai 2012 – Infoveranstaltung – Naziaufmarsch in Cottbus Sabotieren. Blockieren. Verhindern!
18:00 Uhr, Fischladen
Die Info- und Mobilisierungsveranstaltung thematisiert den (Neo)-Naziaufmarsch am 12. Mai in Cottbus und die damit in Verbindung stehende rassistische Kampagne der NPD. Des Weiteren werden vergangene und bevorstehende Proteste gegen rechte Aufmärsche sowie Hintergrundinformationen zu rechten Strukturen in der Region präsentiert. Außerdem sollen gemeinsame Anreisemöglichkeiten zu Protesten nach Cottbus diskutiert werden.
09.05.2012 – Veranstaltung – After-War: Tag des Sieges?: Antagonistische Geschichtsmythen im postsowjetischen Kontext
20:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Str. 3d
Der Streit um die Verlegung des sowjetischen Denkmals der Befreier Talllinns aus dem Stadtzentrum an den Stadtrand der estländischen Hauptstadt hat auch in linken Kreisen in Deutschland eine gewisse Aufmerksameit gefunden. Am Beispiel des Projektes „After-War“ der Künstlerin Kristina Norman werden die unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt, die es in dem EU-Land über den 2.Weltkrieg gibt. Der Umgang mit Narrativen polarisiert sich im vermeintlichen Gegensatz von „Befreiung von Faschismus“ und „sowjetischer Okkupation“. Gleichzeitig spiegeln sich in dem Streit um Geschichte sozioökonomische Konflikte der postsowjetischen Gesellschaft Estlands wider.
Die Veranstaltung mit Airi Triisberg (Tallinn, Leipzig) versucht eine kritische Annäherung aus linker Sicht.
10.05.2012 – Vortrag und Diskussion mit Albrecht Kirschner – „Asoziale Volksschädlinge“ und „Alte Kämpfer“. Zu den Handlungsmöglichkeiten der Wehrmachtrichter im Zweiten Weltkrieg
19:00 Uhr, Bundesverwaltungsgericht, Simsonplatz 1, 04107 Leipzig
Dass die NS-Kriegsgerichte außerordentlich hart urteilten ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass dies trotz aller Vorgaben des Regimes nicht so sein musste. Albrecht Kirschner wird die Handlungsmöglichkeiten der Kriegsrichter darstellen sowie am Beispiel des Marburger Feldkriegsgerichts die praktische Umsetzung dieser Möglichkeiten skizzieren.
Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Was damals Recht war …“ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht, die im Neuen Rathaus vom 12.04. bis 25.05.2012 zu sehen ist. Förderverein der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Initiative „Geschichte vermitteln“
11.05.2012 – Veranstaltung – After-War: Tag des Sieges? Desertion und Männlichkeit
19:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Str. 3d
Deserteure sind „Feiglinge“ „Drückeberger“ und „Weiber“. Deserteure sind Helden im antifaschistischen Kampf. Diese Bilder derjenigen, die sich dem Krieg entzogen, herrschten – je nach Sichtweise – uneingeschränkt bis in die 1980er Jahre vor. Ralf Buchterkirchen geht, ausgehend von Männlichkeitsbildern und der Militärjustiz als willfähriger Repressionsstruktur der Nazis, der Frage nach, wie und warum Soldaten des Zweiten Weltkrieges den Gehorsam verweigerten und wie sie selbst mit diesen ihnen zugewiesenen Stereotypen umgingen. Hinterfragt wird vor diesem Hintergrund auch, die nicht erfolgte Rehabilitation direkt nach Kriegsende. Dabei wird deutlich, wie Männlichkeitsforschung neue Ansätze liefern kann, Desertion als individuelle Entscheidung vor dem Hintergrund von Repression zu verstehen und damit auch Deserteuren und den ihnen Helfenden angemessen zu gedenken.
Ralf Buchterkirchen ist aktiv in der Initiative für ein Deserteursdenkmal Hannover (www.deserteure-hannover.de) und hat vor kurzem dazu ein Buch veröffentlicht: „… und wenn sie mich an die Wand stellen“: Desertion, Wehrkraftzersetzung und „Kriegsverrat“ von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945, Edition Region & Geschichte, ISBN 3930726165
Samstag: Antifademo in Leipzig: 12 Uhr Friedrich-List-Platz – mehr Infos
Sonntag Antifademo in Delitzsch: 13:30 Uhr unterer Bahnhof – mehr Infos
Die Häufung von Naziaktivitäten und diskriminierenden Ereignissen im Osten Leipzigs nahm das Ladenschluss-Aktionsbündnis gegen Nazis zum
Anlass sich mit antifaschistisch und zivilgesellschaftlich Engagierten im Osten zusammenzuschließen, im März starten erste gemeinsame Aktionen
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion sollen am 21.3.2012, 18:30 Uhr im 4rooms im Täubchenweg 26 die Entwicklungen im Osten nachvollzogen und Gegenstrategien gegen organisierte Nazis und gegen alltägliche Diskriminierung diskutiert werden. Im Podium sitzen: VertreterInnen der Bürgerinitiative Buntes Reudnitz, des Ladenprojektes Atari, eines MigrantInnenvereins sowie der Stadt Leipzig.
Mehr Infos beim Ladenschlussbündnis

Für den 24. März rufen lokale Antifaschist_innen, Anwohner_innen und das reaktivierte Ladenschlussbündnis zu einer Demonstration unter dem Titel Im Osten nichts Neues. Gegen Nazis und rechte Alltagskultur. auf.
Hintergrund sind (wiedermal) vermehrte Naziübergriffe und -präsenz im Leipziger Osten.
Seit Jahren demonstrieren am 05. März mehrere hundert Nazis von NPD und Freiem Netz durch Chemnitz, um im Rahmen des allgemeinen Gedenkens an die Bombardierung der Stadt 1945 den Nationalsozialismus zu verherrlichen und ihre geschichtsrevisionistischen, antisemitischen und rassistischen Inhalte in die Häuserschluchten zu skandieren.
Eine erfolgreiche Verhinderung dieses Aufmarsches, wie es beispielsweise in Dresden in den letzten zwei Jahren geschah, konnte bisher nicht realisiert werden. Verschiedenste Bündnisse und Initiativen mobilisieren auch in diesem Jahr mit unterschiedlichen Schwerpunkten gegen Naziaufmarsch, Opfergedenken und Polizeigewalt, die es bei den Protesten im letzten Jahr zuhauf gab.
Infoveranstaltung: 1.3.2012 19:00 @ linXXnet, Bornaische Str. 3d, Leipzig
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Alle unter Verdacht – Sachsen außer Kontrolle wird am 11.02. am Samstag, dem 11.02. in der G16 ein öffentliches Verhörtraining stattfinden. Wer immer schon einmal wissen wollte, wie sowas abläuft, ist von den Veranstaltern herzlich eingeladen, sollte jedoch beachten, dass es eine begrenzte Platzzahl gibt.
Infos zur Veranstaltungsreihe gibt’s hier.
Mit leichter Verspätung hat die antifaschistische Kampagne Fence Off! einen Video-Jahresrückblick etwas anderer Art veröffentlicht. Viel Spaß beim anschauen!
Das Ladenschlussbündnis ist zurück und verweist auf seiner Website auf ein erneut zugespitztes Naziproblem, einen neuen Naziladen sowie Übergriffe und Bedrohungen im Leipziger Osten. So schreibt das Ladenschlussbündnis:
In der Silvesternacht nahmen die Ereignisse einen vorläufigen negativen Höhepunkt. Ca. 30 Besucher der von den Nazis angemieteten Wohnungen randalierten im Haus Lange Straße 15. Nachbarn beobachteten, dass sie auf der Straße vor dem Haus mit ungewöhnlich kräftigen Böllern zwei Autos angriffen und diese zerstörten. Außerdem beleidigten die feiernden Nazis unbeteiligte Personen und griffen auch diese mit Böllern an.
Bereits einige Jahre zuvor hatten Nazis im Leipziger Osten mit Demonstrationen für die Todesstrafe und Angriffen auf ein Wohnhaus negative Präsenz gezeigt.
Bei einer Demonstration in Dessau hat die Polizei gewalttätig gegen Demonstrierende agiert. Bei der Demo ging es um den Tod von Oury Jalloh, der vor 7 Jahren in einer Zelle der Polizei verbrannt ist. Bei der folgenden Gerichtsverhandlung hat selbst der zuständige Richter schwere Vorwürfe an die Polizei gerichtet. Am 7. Januar wollte die Polizei diese Demonstration, die sich auch explizit gegen das Agieren der verantwortlichen Beamten richtete, wohl nicht zur Kenntnis nehmen:
Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen hatten die in Kampfmontur auftretenden Polizisten im Bahnhof versucht, dieser Transparente und ihrer Träger habhaft zu werden, woraufhin die bislang friedlich verlaufende Demonstration eskalierte.
Berichte beim Neuen Deutschland und der Mitteldeutschen Zeitung.
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