8. Mai – Tag der Befreiung

Anlässlich des 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, wollen wir (wie auch andere) wieder feiern. Dazu hben wir am 8. Mai von 11:00 bis 14:00 Uhr einen Stand auf dem Nikolaikirchhof, bei dem es unter anderem zu Swing-Musik Cocktails und Burger gibt.

Hier unser Aufruf:

Aufruf – 8. Mai – Wer nicht feiert hat verloren

Am 8. Mai kapitulierten nach 6 Jahren Krieg alle Teile der Armee des nationalsozialistischen Deutschen Reiches vor den Alliierten. Der zweite Weltkrieg und die institutionelle Herrschaft der NS-Eliten waren damit beendet. Mit der deutschen Barbarei wurden zudem der Holocaust wie auch andere Morde und Gräueltaten der Deutschen gestoppt. Die Alliierten Truppenverbände haben die von der nationalsozialistischen Gewalt Unterdrückten und misshandelten Menschen befreit – und den Täterinnen und Tätern die Instrumente ihrer brutalen Gewaltherrschaft abgenommen.

In der Erinnerungs- und Gedenkkultur spielt der 8. Mai in vielen Staaten noch immer eine große Rolle, in Frankreich, Tschechien und der Slowakei ist er ein Feiertag. In Russland, Weißrussland und der Ukraine wird die Befreiung vom Nationalsozialismus am 9. Mai gefeiert. In der Bundesrepublik hingegen ist der 8. Mai gesellschaftlich wie auch institutionell de facto irrelevant – lediglich in Mecklenburg-Vorpommern ist er offizieller Gedenktag.

Im „Supergedenkjahr 2009″ wird in der Bundesrepublik vor allem dem Mauerfall, den Montagsdemonstrationen und 60 Jahren Grundgesetz gedacht. Vor lauter Selbstzelebrierung kann eine differenzierte Geschichtsbetrachtung dabei wohl eher nicht erwartet werden. Im Gegenteil: Die Gleichsetzung von Nationalsozialismus und DDR hat in diesem Jahr wieder Hochkonjunktur. Mit den Feierlichkeiten zu 60 Jahren Grundgesetz wird zudem eine demokratische Tradition gefeiert, die so gesellschaftlich gar nicht da ist. Ausgrenzungmechanismen und Diskriminierung sind weit verbreitete Denkmuster. An den Stammtischen kommen fremdenfeindliche Sprüche noch immer besser als Lobreden auf die Demokratie. Was als Kritik an der Demokratie daherkommt, ist meist keine Kritik, die mehr Demokratie einfordert, sondern oftmals eine Ablehnung der Demokratie an sich.

Ebenso bedenklich und bezeichnend für der historischen Mehrheitsdiskurs war die Stilisierung des Deutschlandretters Stauffenberg zu einer Ikone des antifaschistischen Widerstands. In völliger Verdrehung der Geschichte wurde ein Wehrmachtsoffizier, der sich am deutschen Vernichtungsfeldzug so lange nicht störte, bis dieser zu Scheitern drohte, so zum Helden der Republik.

Wir wollen am 8. Mai die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands und die Befreiung all jener feiern, die vom Nationalsozialismus und seiner zahlreichen Helferinnen und Helfern unterdrückt, misshandelt und ausgebeutet wurden. Wir sagen außerdem ausdrücklich Danke an alle, die die Befreiung ermöglicht haben: Den Alliierten, den Partisaninnen und Partisanen, den Widerstandskämpfern und Widerstandskämpferinnen und allen anderen, die die Niederlage des nationalsozialistischen Deutschlands ermöglicht haben.

Darum laden wir alle herzlich ein, gemeinsam mit uns den 8. Mai auf dem Nikolaikirchhof von 11:00 bis 14:00 Uhr als Tag der Befreiung zu feiern. Bei Swing und gutem Wetter gibt’s Burger und Cocktails.