NPD Vorsitzende aktiv im Wahlkampf

Die NPD führt ihren Wahlkampf in Leipzig nicht nur mit Plakaten und Aufklebern (z.B. in Grünau mit den Worten: „Tschüß, Ali! Grünau bleibt deutsch“) sondern auch mit dem entfernen von Plakaten. Blöd nur, dass die „Damit-Leipzig-sicher-wird“-Partei damit nicht nur Sachbeschädigung begeht, sondern auch noch ihren Stadtvorsitzenden dabei erwischen lässt. Noch blöder, dass der Landesvorsitzende irgendwie auch mit dabei war.

Hier der zugehörige LVZ Artikel vom 22.05.:

LVZ 22.5.2009
NPD-Spitzen reißen Plakate der Linken ab

Dresden/Leipzig. Im Superwahljahr 2009 sorgt die rechtsextreme NPD erneut für Negativ-Schlagzeilen. Gestern wurde bekannt, dass Spitzenfunktionäre der Neonazi-Partei Wahlplakate der Linken abgerissen haben. An deren Stelle hätten sie versucht, NPD-Plakate aufzuhängen, hieß es gestern aus Polizeikreisen in Leipzig. Dabei habe es sich um den NPD-Vize-Landesvorsitzenden Helmut Herrmann gehandelt. Die Tat geschah im Beisein des NPD-Landeschefs und Abgeordneten Winfried Petzold. Der 74-jährige Herrmann ist auch NPD-Kreischef in Leipzig.
Das Ganze hat sich nach Polizeiangaben am Mittwochabend gegen 20 Uhr in der Leipziger Richard-Lehmann-Straße abgespielt. Dabei soll Petzold zwar nicht selbst aktiv geworden sein. Der NPD-Landeschef habe aber seine braunen Kameraden beaufsichtigt. Die Polizei stellte die beschädigten Wahlplakate sicher und erstattete Anzeige. Insgesamt wurden fünf
Neonazis von der Polizei erwischt. Zwei stammen wie Herrmann aus Leipzig, ein dritter aus Borna. Petzold selbst bestreitet die Tat. Laut NPD-Fraktionssprecher Arne Schimmer habe er betont, keine Plakate
abgerissen zu haben. Petzold ist kein Unbekannter in Sachsen. Anfang 2004 wurde er als Ladendieb aktenkundig, weil er in einem Baumarkt in Grimma ein Elektro-Kleinteil geklaut hatte. Die Anzeige wurde wegen Geringfügigkeit
eingestellt. Beim NPD-Landesparteitag Anfang März 2009 hetzte Petzold noch gegen die „mediale Gedankenpolizei“ und rief zum „kämpferischen Aktivismus unserer Kameraden“ auf. Herrmann macht in Leipzig gegen die „wachsende Kriminalität“ und das „politische Sündenregister der ,Rathausparteien‘“ mobil.
Die Rechtsextremen waren 2004 mit zwölf Abgeordneten in den sächsischen Landtag eingezogen. Nach einer Reihe von Austritten und Eklats stellen sie derzeit noch acht Parlamentarier.
Jürgen Kochinke