Archiv für Mai 2012

Infoveranstaltung gegen Burschenschaftstag

Ein kleiner Terminhinweis für Leipzig:

Infoveranstaltung gegen den Burschenschaftstag am 02.06. in Eisenach
Freitag 25.05. 19 Uhr linXXnet

Seit dem Mauerfall findet in Eisenach jährlich der Burschentag der Deutschen Burschenschaft (DB) statt. Dazu treffen sich Hunderte Burschenschafter aus Deutschland und Österreich auf der Wartburg. Der historische Bezug, den sie damit herstellen, ist das Wartburgfest 1817, auf dem zwei Jahre nach der Gründung der Urburschenschaft die frühen Burschenschaften zusammenkamen.

Mehr Infos: gegenburschentage.blogsport.de

Bilder 8. Mai 2012

Bilder 8. Mai 2012

Bilder vom kleinen 8. Mai Happening 2012 gibt’s hier.

Veranstaltungstipps rund um den 8. Mai

05. Mai 2012 – Konferenz – Antifaschistische Arbeit verstärken – Ideologien der Ungleichwertigkeit bekämpfen!
11:00 – 16:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Dresden, Schützenplatz – Fahrtkosten können erstattt werden!

Das Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und die aktuelle Debatte über das tatsächliche Ausmaß der Gefahr durch die extreme Rechte für Leib, Leben und die Gesellschaft markieren die Notwendigkeit, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Auseinandersetzung darf dabei allerdings nicht auf die krassesten Gewaltausbrüche und auf die Verstärkung repressiver Maßnahmen gegen rechte Gewalttäter verengt werden. Vielmehr müssen gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen, in denen Ideologien der Ungleichwertigkeit entstehen und gedeihen können, beleuchtet werden.

In einer Konferenz sollen diese genau wie die Strategien neonazistischer Organisationen und Akteure in Sachsen in den Blick genommen werden. Außerdem werden Strategien für einen wirksamen politischen und gesellschaftlichen Umgang mit Nazis und Diskriminierung zur Diskussion gestellt.

Mehr Infos

08. Mai 2012 – Kundgebung – Antiziganismus bekämpfen!
16:00 Uhr, Kleiner Willy-Brandt-Platz

Wir wollen den 8. Mai 2012 dazu nutzen an den nationalsozialistischen Terror gegen die Minderheit der Sinti und Roma zu erinnern und dabei einen Bogen in die Gegenwart schlagen. Roma wurden von den Nationalsozialisten zur „minderwertigen Fremdrasse“ erklärt und zu Hunderttausenden ermordet. Bevölkerung und Wissenschaft wurden dabei zu willfährigen HelferInnen einer staatlichen systematischen Ausgrenzung und Verfolgung.
Erst im März 1982 erkannte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt den rassistisch motivierten Völkermord an den Sinti und Roma offiziell an. Bis dahin wurde zahlreichen Betroffenen Entschädigung verwehrt, da ihre Verfolgung nicht „rassenideologisch“ motiviert gewesen wäre, sondern in deren „asozialer und krimineller Haltung“ begründet sei.
Auch heute sind Roma in ganz Europa Verfolgung und Ausgrenzung ausgesetzt. Gerade in jüngster Zeit gab es zahlreiche gewalttätige Ausbrüche gegen Angehörige der Minderheit bspw. in Frankreich, Italien, Bulgarien, Tschechien oder Ungarn. Jahrhundertelang gewachsene Stereotype bilden dabei die Basis von systematischer staatlicher Diskriminierung, sowie Unterdrückung und Gewalt durch Mehrheitsbevölkerung und Nazis. In Deutschland sind Roma aus den ehemaligen Teilstaaten Jugoslawiens derzeit verstärkt von Abschiebungen betroffen. Viele von ihnen, ca. 50 000, sind zu Zeiten des Kosovokrieges nach Deutschland geflohen und leben seitdem hier mit unsicherem Aufenthaltsstatus. Die sich derzeit häufenden Abschiebungen in die Balkanstaaten, zum Beispiel in den Kosovo oder nach Serbien, bedeuten für die Betroffenen die zwangsweise Rückkehr in bittere Armut und krasse Diskriminierung. Die vermeintlichen Heimatländer erkennen diesen Menschen in der Regel nicht einmal als StaatsbürgerInnen an und entziehen ihnen damit grundlegende Existenz- und Menschenrechte.

Wir wollen im Rahmen einer Kundgebung auf die Situation der Roma damals und heute hinweisen und uns klar gegen Diskriminierung und Abschiebungen aussprechen.
Zeigt euch solidarisch und kommt am 8. Mai auf den Kleinen Willy-Brandt Platz. Im Anschluss wollen wir gemeinsam zum Denkmal für die während des Nationalsozialismus Deportierten auf den Hauptbahnhof gehen.

08. Mai 2012 – Party – Befreiung feiern!

Check out for Flyers!

09. Mai 2012 – Infoveranstaltung – Naziaufmarsch in Cottbus Sabotieren. Blockieren. Verhindern!
18:00 Uhr, Fischladen

Die Info- und Mobilisierungsveranstaltung thematisiert den (Neo)-Naziaufmarsch am 12. Mai in Cottbus und die damit in Verbindung stehende rassistische Kampagne der NPD. Des Weiteren werden vergangene und bevorstehende Proteste gegen rechte Aufmärsche sowie Hintergrundinformationen zu rechten Strukturen in der Region präsentiert. Außerdem sollen gemeinsame Anreisemöglichkeiten zu Protesten nach Cottbus diskutiert werden.

09.05.2012 – Veranstaltung – After-War: Tag des Sieges?: Antagonistische Geschichtsmythen im postsowjetischen Kontext
20:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Str. 3d

Der Streit um die Verlegung des sowjetischen Denkmals der Befreier Talllinns aus dem Stadtzentrum an den Stadtrand der estländischen Hauptstadt hat auch in linken Kreisen in Deutschland eine gewisse Aufmerksameit gefunden. Am Beispiel des Projektes „After-War“ der Künstlerin Kristina Norman werden die unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt, die es in dem EU-Land über den 2.Weltkrieg gibt. Der Umgang mit Narrativen polarisiert sich im vermeintlichen Gegensatz von „Befreiung von Faschismus“ und „sowjetischer Okkupation“. Gleichzeitig spiegeln sich in dem Streit um Geschichte sozioökonomische Konflikte der postsowjetischen Gesellschaft Estlands wider.

Die Veranstaltung mit Airi Triisberg (Tallinn, Leipzig) versucht eine kritische Annäherung aus linker Sicht.

10.05.2012 – Vortrag und Diskussion mit Albrecht Kirschner – „Asoziale Volksschädlinge“ und „Alte Kämpfer“. Zu den Handlungsmöglichkeiten der Wehrmachtrichter im Zweiten Weltkrieg
19:00 Uhr, Bundesverwaltungsgericht, Simsonplatz 1, 04107 Leipzig

Dass die NS-Kriegsgerichte außerordentlich hart urteilten ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass dies trotz aller Vorgaben des Regimes nicht so sein musste. Albrecht Kirschner wird die Handlungsmöglichkeiten der Kriegsrichter darstellen sowie am Beispiel des Marburger Feldkriegsgerichts die praktische Umsetzung dieser Möglichkeiten skizzieren.
Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Was damals Recht war …“ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht, die im Neuen Rathaus vom 12.04. bis 25.05.2012 zu sehen ist. Förderverein der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Initiative „Geschichte vermitteln“

11.05.2012 – Veranstaltung – After-War: Tag des Sieges? Desertion und Männlichkeit
19:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Str. 3d

Deserteure sind „Feiglinge“ „Drückeberger“ und „Weiber“. Deserteure sind Helden im antifaschistischen Kampf. Diese Bilder derjenigen, die sich dem Krieg entzogen, herrschten – je nach Sichtweise – uneingeschränkt bis in die 1980er Jahre vor. Ralf Buchterkirchen geht, ausgehend von Männlichkeitsbildern und der Militärjustiz als willfähriger Repressionsstruktur der Nazis, der Frage nach, wie und warum Soldaten des Zweiten Weltkrieges den Gehorsam verweigerten und wie sie selbst mit diesen ihnen zugewiesenen Stereotypen umgingen. Hinterfragt wird vor diesem Hintergrund auch, die nicht erfolgte Rehabilitation direkt nach Kriegsende. Dabei wird deutlich, wie Männlichkeitsforschung neue Ansätze liefern kann, Desertion als individuelle Entscheidung vor dem Hintergrund von Repression zu verstehen und damit auch Deserteuren und den ihnen Helfenden angemessen zu gedenken.

Ralf Buchterkirchen ist aktiv in der Initiative für ein Deserteursdenkmal Hannover (www.deserteure-hannover.de) und hat vor kurzem dazu ein Buch veröffentlicht: „… und wenn sie mich an die Wand stellen“: Desertion, Wehrkraftzersetzung und „Kriegsverrat“ von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945, Edition Region & Geschichte, ISBN 3930726165