Veranstaltungen rund um den 8. Mai 2015

Alle Infos zu den Veranstaltungen.

Do. 07.05. – 19:00 Uhr
Wahlkreisbüro von Franz Sodann, Mariannenstraße 101, 04315 Leipzig

Buchvorstellung „Bankerte! Besatzungskinder in Deutschland nach 1945“ mit Michael Alexander Lauter 
Rund 400.000 Kinder wurden in Deutschland nach 1945 bis geboren, deren Väter Besatzungssoldaten waren. Silke Satjukow und Rainer Gries beschreiben in ihrem Buch „Bankerte!“ beeindruckend über das Schicksal der allein gelassenen Mütter und Kinder in allen vier Besatzungszonen. Vorgestellt wird dieses Buch von einem Betroffenen.

Do. 14.05. – 19:00 Uhr
linXXnet, Bornaische Str. 3d, 04277 Leipzig

Vortrag „Die Erinnerung an den Holocaust in der Ukraine“ von Lukas EIchner, Filmvorfürhung „Re-Mind“ und Diskussion mit Filmemacher_innen
In den Grenzen der heutigen Ukraine lebte vor dem nationalsozialistischen Massenmord die größte jüdische Gemeinschaft Europas. Während der deutschen Besatzung von 1941 bis 1944 wurden über eine Million Juden ermordet. Ein Team junger Menschen aus der Ukraine, Frankreich und Deutschland begibt sich auf die Suche nach den Spuren jüdischen Lebens im ganzen Land. Sie beschäftigt die Frage, was Erinnerung bedeutet und wie der Holocaust in der Ukraine erinnert wird. Neben leerstehenden Synagogen und verwilderten jüdischen Friedhöfen finden sie Orte des Verbrechens, die Zeugenschaft ablegen und trotzdem ins Alltagsleben integriert sind. Aber auch kleine und große Denkmäler, die den Opfern des Holocausts gewidmet sind, konnten die Filmemacher_innen entdecken. In eindrucksvollen Bildern kommen Überlebende zu Wort, aber auch Menschen, die sich für das Nichtvergessen des Massenmordes engagieren.

Fr. 15.05. – 19:00 Uhr
translib, Goetzstraße 7 /Lütznerstr. 30, 04177 Leipzig

Vortrag „Unser Auschwitz“ von Niklaas Machunsky
„Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz.“ Mit diesem Satz bekräftige Bundespräsident Gauck jüngst die fundamentale Bedeutung von Auschwitz für die deutsche Kollektivität. Schon vor Jahrzehnten stellte Günter Grass fest, dass Deutschland denken Auschwitz denken heiße. Es ist kein Wunder, dass ausgerechnet der Israelhasser Grass die Formel eines geläuterten Bekenntnisses zu Deutschland erfand, schließlich personifiziert er geradezu jene „Lehren aus der Vergangenheit“, die im Nationalstaat den Ursprung allen Übels verorten, ihn aber nur beim jüdischen an den Pranger stellen. Israel scheint ein lebender Anachronismus in einer Welt zu sein, die „wegen Auschwitz“ postnational geworden sei. Die Bundesrepublik fungiert in diesem Europa-Konzept nicht als ein Bestandteil unter anderen, sondern ist, gerade wegen seiner Vergangenheit, postnationaler Vorreiter. Wie das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil zur Einschränkung der Meinungsfreiheit höchst richterlich feststellte, sei die Bundesrepublik der Gegenentwurf zum Dritten Reich. Doch was ist dann Israel? Gerade weil die Deutschen aus ihrer Vergangenheit die richtigen, multikulturellen und postnationalen Konsequenzen ziehen wollen, werden sie zu Feinden der jüdischen Souveränität. Dieser Zusammenhang und seine Implikationen sollen im Vortrag entfaltet werden.