Archiv der Kategorie 'Demonstration'

Antifa-Fahraddemo Anfang Mai

Das Ladenschlussbündnis ruft zur antifaschistischen Fahrraddemo im Mai auf:

Keine Ruhe für Hoyerswerda!

Im September 1991 griffen Neonazis unter Mithilfe und Applaus vieler Bürger_innen zwei Wohnheime von Vertragsarbeiter_innen und Asylsuchenden im ostsächsischen Hoyerswerda an. Mehrere hundert Menschen belagerten die Unterkünfte fünf Tage lang, bis schließlich alle Heimbewohner_innen aus der Stadt gebracht wurden. Die Ausschreitungen von Hoyerswerda waren das erste rassistisch Pogrom nach der Wende und gelten als Startpunkt für zahlreiche rassistische Ausschreitungen, u.a. in Rostock und Mannheim sowie die Verschärfung des staatlichen Rassismus. Das Gros der Stadtpolitik und -bevölkerung von Hoyerswerda verweigert auch heute einer kritischen Aufarbeitung der Ereignisse von 1991 und einer Würdigung der Betroffenen. Ehemalige Bewohner_innen der Heime, die die Orte des Geschehens im vergangenen Jahr besuchten, waren mit rassistischen Pöbeleien und sogar einem Übergriff konfrontiert.
Als vor wenigen Wochen die linksjugend [’solid] Sachsen bei einer Tour auch in Hoyerswerda Station machte, wurden auch die Mitglieder und Sympathisant/innen bedroht und bepöbelt.

Zur Unterstützung der Bemühungen um eine kritische Aufarbeitung des Progroms von 1991 und einer Auseinandersetzung mit Ignoranz und rassistischen Einstellungen von heute findet in Hoyerswerda am 22.9.2012 eine antifaschistische Demonstration statt. Auch aus Leipzig soll diese Demo, mit der u.a. ein Denkmal und die Entschädigung der Betroffenen gefordert wird, unterstützt werden.
Dafür gibt es eine gemeinsame Zug-Anreise aus Leipzig: Der Treffpunkt ist 12:45 Uhr am Gleis 1 Hauptbahnhof Leipzig.

Facts zur Demo in Hoyerswerda:
22. 09. 2012 | 15.00 Uhr | Bahnhofsvorplatz | Hoyerswerda
(Ursprünglich 14 Uhr. Verschoben zu Gunsten besserer Anfahrtsmöglichkeiten)
Infos unter: pogrom91.tumblr.com und www.rassismus-toetet.de

Antirassistische Demo am 25.08. in Rostock & Busse aus Leipzig

Am 25.08. findet anlässlich des traurigen Jubiläums der Pogrome von Rostock-Lichtenhagen eine bundesweit mobilisierte Großdemonstration in Rostock statt.

Auch aus Leipzig wird es eine Möglichkeit der Anreise geben – und zwar mit dem Bus. Die Tickets kosten bis zum 11.08.2012 jeweils 10€ und danach 12.5€ – „früh buchen“ lohnt sich also. Die Tickets beinhalten Hin- und Rückfahrt und sind erhältlich im El Libro, Lazy Dog, Atari und der Vleischerei. Mehr Infos bei antifaschistisch Reisen

Thematisch passend empfehlen wir übrigens unsere Antifa-Café Veranstaltung am
15.08.12 | Vortrag | Pogrom reloaded?

13. Juni – Kundgebung „Rassismus tötet!“ in Leipzig

Der Initiativkreis Antirassismus ruft für Mittwoch, den 13.06.2012, zu einer Kundgebung unter dem Titel „Rassismus tötet! Kein Vergeben, kein Vergessen. Gegen Rassismus und Nationalismus“ auf. Fast genau 14 Jahre zuvor wurde Nuno Lourenço in Gaschwitz (Markkleeberg/Leipzig) von Nazis angegriffen und verstarb kurz darauf in einem Krankenhaus an den Folgen den Übergriffs. Die Nazis aus dem Umland von Leipzig hatten zuvor die Niederlage der deutschen Mannschaft bei der Fußballweltmeisterschaft der Männer zum Anlass genommen, zur „Jagd“ auf Migrant_innen zu gehen. Der Initiativkreis hält seine Kundgebung deshalb am Tag des zweiten Spiels der Nationalmannschaft der Fußball-WM der Männer ab.

Kundgebung „Rassismus tötet!“
Mittwoch 13.06.2012 – 20:00 Uhr
Südplatz, Leipzig

Mehr Infos und den Aufruf gibt’s hier.

Veranstaltungstipps rund um den 8. Mai

05. Mai 2012 – Konferenz – Antifaschistische Arbeit verstärken – Ideologien der Ungleichwertigkeit bekämpfen!
11:00 – 16:00 Uhr, Gewerkschaftshaus Dresden, Schützenplatz – Fahrtkosten können erstattt werden!

Das Auffliegen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und die aktuelle Debatte über das tatsächliche Ausmaß der Gefahr durch die extreme Rechte für Leib, Leben und die Gesellschaft markieren die Notwendigkeit, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Auseinandersetzung darf dabei allerdings nicht auf die krassesten Gewaltausbrüche und auf die Verstärkung repressiver Maßnahmen gegen rechte Gewalttäter verengt werden. Vielmehr müssen gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen, in denen Ideologien der Ungleichwertigkeit entstehen und gedeihen können, beleuchtet werden.

In einer Konferenz sollen diese genau wie die Strategien neonazistischer Organisationen und Akteure in Sachsen in den Blick genommen werden. Außerdem werden Strategien für einen wirksamen politischen und gesellschaftlichen Umgang mit Nazis und Diskriminierung zur Diskussion gestellt.

Mehr Infos

08. Mai 2012 – Kundgebung – Antiziganismus bekämpfen!
16:00 Uhr, Kleiner Willy-Brandt-Platz

Wir wollen den 8. Mai 2012 dazu nutzen an den nationalsozialistischen Terror gegen die Minderheit der Sinti und Roma zu erinnern und dabei einen Bogen in die Gegenwart schlagen. Roma wurden von den Nationalsozialisten zur „minderwertigen Fremdrasse“ erklärt und zu Hunderttausenden ermordet. Bevölkerung und Wissenschaft wurden dabei zu willfährigen HelferInnen einer staatlichen systematischen Ausgrenzung und Verfolgung.
Erst im März 1982 erkannte der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt den rassistisch motivierten Völkermord an den Sinti und Roma offiziell an. Bis dahin wurde zahlreichen Betroffenen Entschädigung verwehrt, da ihre Verfolgung nicht „rassenideologisch“ motiviert gewesen wäre, sondern in deren „asozialer und krimineller Haltung“ begründet sei.
Auch heute sind Roma in ganz Europa Verfolgung und Ausgrenzung ausgesetzt. Gerade in jüngster Zeit gab es zahlreiche gewalttätige Ausbrüche gegen Angehörige der Minderheit bspw. in Frankreich, Italien, Bulgarien, Tschechien oder Ungarn. Jahrhundertelang gewachsene Stereotype bilden dabei die Basis von systematischer staatlicher Diskriminierung, sowie Unterdrückung und Gewalt durch Mehrheitsbevölkerung und Nazis. In Deutschland sind Roma aus den ehemaligen Teilstaaten Jugoslawiens derzeit verstärkt von Abschiebungen betroffen. Viele von ihnen, ca. 50 000, sind zu Zeiten des Kosovokrieges nach Deutschland geflohen und leben seitdem hier mit unsicherem Aufenthaltsstatus. Die sich derzeit häufenden Abschiebungen in die Balkanstaaten, zum Beispiel in den Kosovo oder nach Serbien, bedeuten für die Betroffenen die zwangsweise Rückkehr in bittere Armut und krasse Diskriminierung. Die vermeintlichen Heimatländer erkennen diesen Menschen in der Regel nicht einmal als StaatsbürgerInnen an und entziehen ihnen damit grundlegende Existenz- und Menschenrechte.

Wir wollen im Rahmen einer Kundgebung auf die Situation der Roma damals und heute hinweisen und uns klar gegen Diskriminierung und Abschiebungen aussprechen.
Zeigt euch solidarisch und kommt am 8. Mai auf den Kleinen Willy-Brandt Platz. Im Anschluss wollen wir gemeinsam zum Denkmal für die während des Nationalsozialismus Deportierten auf den Hauptbahnhof gehen.

08. Mai 2012 – Party – Befreiung feiern!

Check out for Flyers!

09. Mai 2012 – Infoveranstaltung – Naziaufmarsch in Cottbus Sabotieren. Blockieren. Verhindern!
18:00 Uhr, Fischladen

Die Info- und Mobilisierungsveranstaltung thematisiert den (Neo)-Naziaufmarsch am 12. Mai in Cottbus und die damit in Verbindung stehende rassistische Kampagne der NPD. Des Weiteren werden vergangene und bevorstehende Proteste gegen rechte Aufmärsche sowie Hintergrundinformationen zu rechten Strukturen in der Region präsentiert. Außerdem sollen gemeinsame Anreisemöglichkeiten zu Protesten nach Cottbus diskutiert werden.

09.05.2012 – Veranstaltung – After-War: Tag des Sieges?: Antagonistische Geschichtsmythen im postsowjetischen Kontext
20:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Str. 3d

Der Streit um die Verlegung des sowjetischen Denkmals der Befreier Talllinns aus dem Stadtzentrum an den Stadtrand der estländischen Hauptstadt hat auch in linken Kreisen in Deutschland eine gewisse Aufmerksameit gefunden. Am Beispiel des Projektes „After-War“ der Künstlerin Kristina Norman werden die unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt, die es in dem EU-Land über den 2.Weltkrieg gibt. Der Umgang mit Narrativen polarisiert sich im vermeintlichen Gegensatz von „Befreiung von Faschismus“ und „sowjetischer Okkupation“. Gleichzeitig spiegeln sich in dem Streit um Geschichte sozioökonomische Konflikte der postsowjetischen Gesellschaft Estlands wider.

Die Veranstaltung mit Airi Triisberg (Tallinn, Leipzig) versucht eine kritische Annäherung aus linker Sicht.

10.05.2012 – Vortrag und Diskussion mit Albrecht Kirschner – „Asoziale Volksschädlinge“ und „Alte Kämpfer“. Zu den Handlungsmöglichkeiten der Wehrmachtrichter im Zweiten Weltkrieg
19:00 Uhr, Bundesverwaltungsgericht, Simsonplatz 1, 04107 Leipzig

Dass die NS-Kriegsgerichte außerordentlich hart urteilten ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist allerdings, dass dies trotz aller Vorgaben des Regimes nicht so sein musste. Albrecht Kirschner wird die Handlungsmöglichkeiten der Kriegsrichter darstellen sowie am Beispiel des Marburger Feldkriegsgerichts die praktische Umsetzung dieser Möglichkeiten skizzieren.
Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Was damals Recht war …“ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht, die im Neuen Rathaus vom 12.04. bis 25.05.2012 zu sehen ist. Förderverein der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Initiative „Geschichte vermitteln“

11.05.2012 – Veranstaltung – After-War: Tag des Sieges? Desertion und Männlichkeit
19:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Str. 3d

Deserteure sind „Feiglinge“ „Drückeberger“ und „Weiber“. Deserteure sind Helden im antifaschistischen Kampf. Diese Bilder derjenigen, die sich dem Krieg entzogen, herrschten – je nach Sichtweise – uneingeschränkt bis in die 1980er Jahre vor. Ralf Buchterkirchen geht, ausgehend von Männlichkeitsbildern und der Militärjustiz als willfähriger Repressionsstruktur der Nazis, der Frage nach, wie und warum Soldaten des Zweiten Weltkrieges den Gehorsam verweigerten und wie sie selbst mit diesen ihnen zugewiesenen Stereotypen umgingen. Hinterfragt wird vor diesem Hintergrund auch, die nicht erfolgte Rehabilitation direkt nach Kriegsende. Dabei wird deutlich, wie Männlichkeitsforschung neue Ansätze liefern kann, Desertion als individuelle Entscheidung vor dem Hintergrund von Repression zu verstehen und damit auch Deserteuren und den ihnen Helfenden angemessen zu gedenken.

Ralf Buchterkirchen ist aktiv in der Initiative für ein Deserteursdenkmal Hannover (www.deserteure-hannover.de) und hat vor kurzem dazu ein Buch veröffentlicht: „… und wenn sie mich an die Wand stellen“: Desertion, Wehrkraftzersetzung und „Kriegsverrat“ von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945, Edition Region & Geschichte, ISBN 3930726165

2 Tage Wochenende, 2 Antifa-Demos

Samstag: Antifademo in Leipzig: 12 Uhr Friedrich-List-Platz – mehr Infos
Sonntag Antifademo in Delitzsch: 13:30 Uhr unterer Bahnhof – mehr Infos

Antifa-Demo: Im Osten nichts Neues

Antifa Demo im Osten

Für den 24. März rufen lokale Antifaschist_innen, Anwohner_innen und das reaktivierte Ladenschlussbündnis zu einer Demonstration unter dem Titel Im Osten nichts Neues. Gegen Nazis und rechte Alltagskultur. auf.

Hintergrund sind (wiedermal) vermehrte Naziübergriffe und -präsenz im Leipziger Osten.

Polizeigewalt gegen polizeikritische & antirassistische Demonstration

Bei einer Demonstration in Dessau hat die Polizei gewalttätig gegen Demonstrierende agiert. Bei der Demo ging es um den Tod von Oury Jalloh, der vor 7 Jahren in einer Zelle der Polizei verbrannt ist. Bei der folgenden Gerichtsverhandlung hat selbst der zuständige Richter schwere Vorwürfe an die Polizei gerichtet. Am 7. Januar wollte die Polizei diese Demonstration, die sich auch explizit gegen das Agieren der verantwortlichen Beamten richtete, wohl nicht zur Kenntnis nehmen:

Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen hatten die in Kampfmontur auftretenden Polizisten im Bahnhof versucht, dieser Transparente und ihrer Träger habhaft zu werden, woraufhin die bislang friedlich verlaufende Demonstration eskalierte.

Berichte beim Neuen Deutschland und der Mitteldeutschen Zeitung.

Nazikonzert verboten, Demo abgesagt

Die Stadt Leipzig hat das Nazikonzert verboten. Da außerdem die Demonstration in einer Art beauflagt wurde, die es den Veranstaltern nicht möglich macht, die Demo wie geplant durchzuziehen, haben diese die Demo abgesagt. Mehr Infos hier.

Samstag 17.12.: Demo gegen Nazikonzert

Am kommenden Samstag findet zum wiederholten male ein Konzert der Naziband „Kategorie C“ in Leipzig statt. Fence Off! ruft daher zur antifaschistischen Demonstration auf. Treffpunkt ist am Samstag 17:00 Uhr am Südplatz.

Mehr Infos hier.